Vorstandssitzung des noch jungen EC Verbandes Sachsen-Anhalt (das e.V. gab es damals noch nicht). Ich sitze als Bewerber dem Vorstand und seinen Fachberatern gegenüber und versuche, authentisch rüber zu kommen (Stopp: authentisch gehörte damals auch noch nicht zu meinem Wortschatz! Ich wollte einfach nur ECht, sympathisch und interessiert rüberkommen). Nach der kurzen biografischen Vorstellung dann die Fragen aus dem Vorstand, von denen mir eine ganz besonders in Erinnerung geblieben ist: „Wo siehst du die größten Defizite im EC-Verband?“
War das eine Falle? Wie antwortet man da diplomatisch und in Kenntnis des Abhängigkeitsverhältnisses? Ich bin auf dem Dorf ziemlich groß geworden und kannte deshalb die Bauernweisheit, dass man nicht in die Hand beißen sollte, von der man hofft, dass die einen künftig vielleicht füttert.
Meine ehrliche Antwort damals war: „Ich würde die Kommunikation in den Verband hinein als größtes Defizit bezeichnen.“ Auf die Frage, wie ich das begründe, hab ich an die damalige Praxis der Rundbriefe erinnert: Zweimal jährlich wurde ein Brief an die Jugendleiter oder Verantwortlichen vor Ort geschickt, der dann nach der Jugendstunde (mit Bibelarbeit und Gebetsgemeinschaft) vorgelesen wurde. Je nach Persönlichkeitsstil der Vorleser entweder komplett (bei den Gewissenhaften Jugendleitern) oder in knappen Stichpunkten (bei den Dominanten). Die meisten Informationen gingen dadurch verloren – so hab ich dies jedenfalls an 2 unterschiedlichen Orten erlebt.
3 Monate später war ich im ECSA angestellt und etwa 2 Jahre später hatten wir endlich die tEChnischen Voraussetzungen dafür, einen Rundbrief zu erstellen, der mehr als 2 A-4-Seiten umfasste. Der BLICKPUNKT erblickte das Licht der ECSA-Welt. Dabei stand von Anfang an fest, was der BLICKPUNKT nicht sein sollte / konnte oder wollte. Er sollte kein theologisches Fachblatt und keine Bibellesehilfe, aber auch kein beliebiges Klatschblatt sein. Der BLICKPUNKT soll darüber informieren, was im ECSA so passiert ist und passieren wird. Er will zum Leben mit Jesus motivieren, zur Fürbitte ermutigen und das Netzwerk ECSA stärken. Und auch wenn es seit Herbst 1994 eine Unmenge neuer Kommunikationswege gibt, soll das auch weiter so bleiben. Dabei haben wir im letzten Herbst beschlossen, den Berichten mehr Raum zu geben und dafür auf inhaltliche Themen zu verzichten. Und auch die Rubrik „Familiennachrichten“ haben wir eingestellt, damit mehr Platz bleibt um über das zu berichten, was Jesus in unserer Zeit alles tut und was in SEINEM ECSA passierte und passieren wird.
Bitte meldet euch, wenn ihr dazu Anregungen und Wünsche habt, wenn ihr über Erfahrungen berichten oder zu besonderen Veranstaltungen einladen wollt
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“
Ein guter Freund von mir promoviert gerade in Physik. Wenn er von seinen Themen erzählt – von Gravitation, schwarzen Löchern und dem Rest des Universums – bin ich ziemlich schnell raus. Ich finde es spannend, keine Frage. Aber verstehen? Schwierig. An einem bestimmten Punkt sitze ich einfach nur noch da und denke mir: „Krass. Was es alles gibt.“ Ob das alles stimmt, kann ich selbst gar nicht beurteilen. Dafür fehlt mir das Know-how. Also bleibt mir nichts anderes, als ihm zu vertrauen. Und darauf zu bauen, dass in der Wissenschaft alles nochmal von anderen geprüft wird, bevor es veröffentlicht wird. Peer-Review heißt das: Menschen, die sich richtig gut auskennen, werfen einen kritischen Blick auf die Arbeit. Fehler, blinde Flecken und unsaubere Argumente werden aufgedeckt – und erst wenn alles solide ist, wird das Ganze wirklich ernst genommen.
Alle Menschen haben das Recht, ihre Meinung zu äußern. Allerdings scheinen manche Zeitgenossen den zweiten Teil des Satzes zu vergessen. Erschwerend kommt hinzu, dass die „allgemein zugänglichen Quellen“ manchmal eben nicht der Wahrheit entsprechen. Und wenn man oder frau dann noch das Recht auf Meinungsfreiheit mit der „Pflicht zur Meinungsäußerung zu jedem Thema“ verwechselt, ist das Chaos da.
Wahrheit und Meinung sind also zwei verschiedene Dinge. Die Wahrheit ist ein objektiver Zustand oder ein eindeutiger Sachverhalt. Eine Meinung dagegen ist eine subjektive Einschätzung oder Überzeugung.
Für mich lautet die Kernfrage: Beruht diese (subjektive) Meinung auf der (objektiven) Wahrheit? Wie lässt sich das herausfinden? Keinesfalls auf die schnelle und bequeme Art. Prüfen ist ein Verb, ein Tu-Wort, das uns auch „Gevatter Google“ nicht abnimmt.
Und was, wenn Wahrheit gegen Meinungen steht? Die Geschichte – besonders die unseres Volkes – zeigt: Nicht immer ist die Wahrheit auf der Seite der Mehrheit.
„Was ist Wahrheit?“
Da stehen sie sich gegenüber: der angeklagte Jesus und sein Richter. Pilatus muss prüfen, ob die aufgebrachten und vor der Tür lauernden Massen, die lautstark das Todesurteil für Jesus fordern die Wahrheit sagen und mit ihrer Anschuldigung Recht haben – oder nicht. Sein Gegenüber spricht von Wahrheit. 4 Kapitel vorher hat er von sich sogar gesagt, dass er die Wahrheit in Person ist (Joh.14,6). Und dann diese Frage, die sich seit 2000 Jahren (und vermutlich auch schon lange vorher) die Welt stellt.
Gott selbst hat für die Wahrheitsfindung mindestens 2, besser 3 Zeugen vorausgesetzt Damals in der Residenz des Römischen Gouverneurs wurde diese Frage unter 4 Augen besprochen. Belastbare Zeugenaussagen gab es keine. Auch wenn Pilatus von der Unwahrheit der Masse überzeugt war, ließ er sich von der Meinung der vom Hohen Rat mobilisierten Truppe beeinflussen und Jesus kreuzigen. Die Wahrheit in Person wurde vom brüllenden Mob beseitigt, weil der Richter sein Rückgrat gegen eine Wirbelsäule eingetauscht hatte. Lasst es uns besser machen als Pilatus – auch wenn’s nicht leicht ist und allen gefallen wird!
In diesem Sinne viel Freude beim Lesen und viel Weisheit und Segen für dein Prüfen der Meinungen und dein Festhalten an Jesus, der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Geschäftsführer des ECSA
https://ecsa.de/service/blickpunkt (öffnet in einem neuen Tab) (Die Zugangsdaten für den Download könnt ihr in der Geschäftsstelle erfragen.)
… und seine Präfixe: anordnen, zuordnen, verordnen, unterordnen, überordnen, einordnen, umordnen.
Neulich hab ich eine Veranstaltung besucht, gegen die unsere Veranstaltungen ziemlich winzig wirken. Keine Ahnung, wie viele Leute da in der Halle waren. Doch ich weiß, dass es ohne die vielen Ordner nicht funktioniert hätte und das Chaos perfekt gewesen wäre.
Eine Ahnung davon bekomme ich auch in meinem Büro, wo ich ohne verschiedene Ordner nichts mehr finden würde.
Und ich merke beim Zusammenstellen der einzelnen Artikel für diesen BLICKPUNKT, dass es ohne Ordnung einfach nicht geht. Wie sollte David, der in bewährter Weise auch wieder diesen BLICKPUNKT hübsch machen wird, sich zurEChtfinden?
Wie solltet ihr die tolle Andacht von Celine auf Seite 3 finden? Oder die lesenswerten Berichte über die LEGO-Freizeit und den ECKinderfokus sowie den FOKUS Jugend? Wenn wir hier keine Ordnung halten würden, wäre auch Gunnars interessanter Artikel zum Thema schwer zu finden – ganz zu schweigen von den Einblicken in die Herzwerk-Kirche in Wittenberg. Und Aarons interessanter Rückblick auf seinen Freiwilligendienst in der EASTSIDE. Wäre von anderen Artikeln kaum zu unterscheiden. Und richtig chaotisch wäre es auf Seite 11, wenn niemand mehr wissen würde, wer denn wann Geburtstag hat.
Fazit: Ordnung muss sein. Da sind wir uns sicher einig (und ich als Gewissenhafter Charakter im DISG-System1 liebe Ordnung). Nun besitzt das Verb „ordnen“ dort oben an der vierten Stelle jedoch einen Vorsatz, den der Eine oder die Andere unter uns vielleicht nicht ganz so toll findet: UNTERordnen. Scheinbar geht es auch anderen Leuten so, sodass ein T-Shirt-Produzent dieses Motiv im Angebot hat: Wir wollen euch dazu ermutigen, euch unterzuordnen. Und zwar nicht nur aus Einsicht in die Notwendigkeit oder aus Mangel an Alternativen. Nein, sogar freiwillig und aus Liebe und in Liebe.
Okay, das ist leichter geschrieben als praktiziert – wenngleich ich da als „Blinder von der Farbe“ schreibe (auch wenn ich verheiratet und auch Angestellter bin). Denn ehrlich und unter uns: ich ordne mich nicht so gerne unter, weil das Verzicht auf Einfluss und Verlust von (Achtung Wortspiel!) Bedeutung bedeutet. Unterordnen setzt Mut voraus. Demut. Und das ist nach Kolosser 3,12 eine Eigenschaft, die wir wie ein T-Shirt anziehen dürfen (freilich nicht mit diesem Aufdruck). Und was man da gut darüber anziehen kann, lest bitte in Kolosser 3 Vers 14.
In welcher Ordnung oder Reihenfolge ihr die folgenden Seiten auch lest: Ich wünsche euch viel Freude dabei und viel Mut zum und viel Liebe beim Unterordnen
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